Black Uhuru, das könnte schlimmstenfalls ein
Reggae-Popkonzert werden, so dachte ich etwas skeptisch, bevor es losging, aber ich wurde
glücklicherweise eines besseren belehrt!
Als die Musiker die Bühne betraten, kam sofort Stimmung "inne Bude" und nach
den ersten Songs "It`s Party" und "What is Life", entspannten sich auch die Gesichter der
drei Front-Leute.
Norman Beckfords (re. auf dem Bild zu sehen ) Stimme
erwärmte sich schnell und Erinnerungen an Michael Rose kamen auf. Norman ist wahrlich der
erste würdige Nachfolger (und das bezieht sich nicht nur auf sein Äußeres!), von
Michael Rose seit dessen Ausstieg 1986. Jennifer Conally hat
die würdige Nachfolge von Puma Jones angetreten und Derrick
"Duckie" Simpson , das einzige noch mitwirkende Originalmitglied der Band
trat cool und abgeklärt wie immer auf.

Nicht nur das Repertoire erinnerte an die alten Black Uhurus, sondern vor allem auch Sly & Robbie, die wieder einmal den Rhythmus angaben, und jedes
Stück um einen Dubpart ergänzten. Mit der Unterstützung
von ihrer Drum & Bass erzeugten sie eine druckvolle Stimmung,
wie man sie schon lange nicht mehr bei einem Reggaekonzert in Dortmund gehört hat.
Sly bei der Arbeit
Robby bei der Arbeit
Bei den altbekannten Klassikern wie "I Love
King Selassie", "Sensimillia", "Leaving to Zion" oder
"Plastic Smile", die unterlegt waren mit erstklassigen Gitarrensolos von
"Carlos Santana" alias Daryl Thompson (im langen
schwarzen Mantel, mit Hut und Zigarette), begann der Saal, zu kochen. Daryl beherrschte
nicht nur seine Gitarre bei den Soli vollkommen, sondern auch das Publikum, wenn er sich
bis an den Bühnenrand vorspielte. Auch "Bubbler" und
"Asha", Franklin Waul und Anthony Brissett, zeigten an den Keyboards ihr
ganzes Können. Mit ihren Soli bei "Guess who`s comin`to dinner, Africa" und
"Solidarity" brachten sie das Publikum zum Skanken,
so dass es überhaupt nicht bemerkte, dass die Band schon wieder in den Rhythmus
überging.
Insgesamt boten alle eine rundum gelungene Show. Zum
krönenden Abschluss zeigte sich die Band auch noch von ihrer rockigen
Seite, als sie mit "Hey Joe" noch einmal Jimmy Hendrix auf die Erde zurück
holten.
Auch die Techniker gaben ihr Bestes, David Rowe, der
Mixer, hat einen super Sound gemixt und ist damit einer der wenigen, der es bisher
geschafft hat, im Dietrich-Keuning-Haus einen vernünftigen Sound
bei einem Reggae Konzert zu mischen. Und daran haben sich bisher schon viele vergeblich
versucht. Hinzu kam eine perfekte Bühnenbeleuchung von Dirk
Neuhaus, welche die gesamte Show abrundete.
Also, wer die Möglichkeit hat, diese Black Uhuru Tour zu
sehen, sollte sie nicht verpassen. Wer weiß denn schon, wann man Sly & Robbie noch
einmal in dieser Form und Stimmung zu sehen bekommt?
Dank auch an die Veranstalter von Moderne Welt, Conny und Tim, für ihre
Unterstützung!
http://www.modernewelt.de/